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Graffiti - Arten

Tags
Ein Tag ist sozusagen die Unterschrift eines Writers.  Es ist selten länger als 5 Buchstaben, ein Tag soll einfach nur schnell gemacht werden koennen. Ziel des Taggings ist es,  seinen Namen bekannt zu machen, seine einzige Aussage ist: "Ich war hier". Der wohl bekannteste Tagger im deutschsprachigen Raum ist Specter, dessen Schriftzüge man auf vielen Plakaten und CD Covers findet. Das Tag ist auch die von der breiten Bevölkerung am meisten verachtete Form des Graffitis, da es nur als Schmiererei angesehen wird. Tags findet man in U-Bahnen, Zügen, auf Häuserwänden, auf Türen, eigentlich überall.

Bombings
Ein Bombing (auch Quick oder Throw Up) ist ein Graffiti, das meist zweifarbig ist und aus einer Outline (Umrandung) und dem Fill In (Füllfarbe) besteht. Als Trainbombing bezeichnet man das Sprühen auf Zügen, als Streetbombing das Sprühen an besonders auffälligen und für den Writer gefährlichen Orten im innerstädtischen Bereich. Auch hier ist das Ziel eher die Quantität, und nicht die Qualität. Bombings sind also ebenso wie Tags ein Mittel, seinen Namen bekannt zu machen. Der Dortmunder Writer Zodiac meine, er habe in seiner Karriere als Sprüher sicher schon mehrere Tausend  Bombings gesprüht, oft 5 pro Nacht.

Pieces
Ein Piece ist ein sehr aufwendig gemaltes Graffit. Das wichtigste am Piece ist der eigene Style, es wird mit Hilfe von bunten Backgrounds, aufwendigen Fill-Ins und für den Künstler spezifischen Buchstabendesigns auf die Wand oder auf den Zug gesprüht. Bei einem Piece kann man erkennen, wozu ein Writer in der Lage ist. Pieces sind auch die Form des Graffitis, die am meisten Anerkennung in der breiten Öffentlichkeit finden (Oft hört man Sätze wie "schön bunt ist es!"). Da Pieces meist recht kompliziert sind, zeichnet der Writer sie immer in seinem Blackbook (Sammelmappe für die Entwürfe eines Artists) vor. Für Pieces werden auch gerne vom Staat legale Flächen zur Verfügung gestellt, in Wien z.B. die Kai-Mauern an der Rossauer Lände oder die Mauern der Arena Wien, ein gern benutzter Veranstaltungsort fürHipHop Jams.

Trains
Trains spielen im Writing eine zentrale Rolle, schließlich ist hier die Kultur groß geworden. Die ersten Panels (Panel = allein stehendes Graffiti zwischen den Türen unter den Fenstern) auf Zügen wurden 1972 von Supercool, Stay High und Phase2 in New York gemalt, als fahrende Leinwand, die durch die halbe Stadt fährt. So ziemlich jeder New Yorker Writer ist auf Zügen groß geworden. Daher haben Züge weltweit für die Writer Kult-Status. Während ein Teil der New Yorker durch das viele Buffen (="reinigen" der Züge) von dem Trainbombing abgekommen ist, genügt es den Europäern, die Aktion an und für sich gemacht zu haben, und wenn man Glück hat, noch ein Foto bekommen zu haben. Buffen, um den Witern den Ansporn zu nehmen, ist in Europa ein nicht sehr wirkungsvolles Mittel. Bei Trains gibt es auch viele unterschiedlich Arten. Ein Top to Bottom Graffiti ist über die gesamte Höhe des Zugs gemalt, muss aber kein Wholecar (=ein Zugwaggon, der über die gesamte Fläche, also von unten nach oben und von einem Ende zum anderen besprüht ist) sein. Für einen Wholecar erhält ein Writer mehr Respekt, als zum Beispiel für ein Panel, da Wholecars wesentlich mehr Zeit und Aufwand erfordern und so ein größeres Risiko für den Writer darstellen. Wholecars werden besonders schnell aus dem Verkehr gezogen, da die Scheiben zugesprüht sind und Wholecars, die im Verkehr sind, besonders animierend auf andere Writer wirken. Ist ein kompletter Zug über die ganze Länge besprüht ist, spricht man von einem Whole Train. In der Regel besteht ein Wholetrain aus einzelnen Wholecars. Wenn bei einem Zug alle Waggons mit Panels besprüht sind, spricht man von einem Window-Down-Wholetrain. 1976 wurde der legendäre Freedom-Train gemacht, der in die Geschichte einging. Wholetrains werden nur sehr selten gemacht, da diese viel Zeit und Material erfordern.

Characters
Bezeichnung für die figürlichen Elemente des Graffiti. Es kann hier unterschieden werden zwischen BBoy-Characters, MC-Characters, Comic-Characters, fotorealistischen Characters und abstrakten Characters.


Bis zum Ende der 70er Jahre blieb das Writing auf New York und einige andere Großstädte der USA beschränkt. In den 80ern wurde es von der New Yorker Kunstszene entdeckt und fand so den Weg in die Galerien, wo sich ein Teil davon zur Aerosol Art entwickelte. Zu dieser Zeit befand sich das Writing in New York auf seinem Höhepunkt. Vor allem zwei Filmen aus den frühen 80er Jahren ist es zu verdanken, dass die HipHop Kultur auch in Europa so schnell Fuss fasst: Style Wars und Wild Style: Bei beiden Filmen ging es um die HipHop Kultur in den Staaten, Aktivisten der damaligen Zeit arbeiteten beim Dreh mit, dadurch wirkten die Filme sehr authentisch. In den Biographien von den meisten HipHop Künstlern findet man einheitlich diesen Satz: "Als ich damals Wild Style sah, gab mir das den Kick, auch anzufangen". Viele begannen zu Hause zu breaken, zu rappen oder kauften sich Dosen und gingen raus in die Nacht um zu sprühen. Die ersten Graffiti-Magazine erschienen, und  als Ergebnis dieser Entwicklung breitete sich das Writing an der Westküste der USA und vor allem in Europa und Australien aus. Heut gibt es keine grössere Stadt auf der ganzen Welt mehr, die nicht regelmäßig von Graffiti-Künstern „verschönert“ wird.